Fliegen in der Halle? Na klar, das geht
Hochtaunus-Gruppe präsentiert sich auch drinnen
Der Platz ist nicht unendlich: Und deswegen müssen sich die Modellflieger in der Halle besonders konzentrieren.
Wehrheim.
Torsten Möckel zeigte mit seinem Flieger in der Halle auch einige Kunststücke. Foto: MaiDa fliegt einem schnell einmal so ein kleiner, weiß-blauer Flitzer um die Ohren. Denn es ist schwer, die Modellflieger im begrenzten Raum einer Sporthalle immer im Griff zu haben. Das erfordert volle Konzentration und einen guten räumlichen Blick. Denn anders als im Freien ist der Flugraum in der Halle begrenzt – es gibt allerdings auch weder Gegen- noch Rückenwind.
Der Flugtag am Samstag in der Sporthalle der Limesschule war eine Premiere für die Fliegergruppe Hochtaunus, und die Teilnehmer waren begeistert. Zum ersten Mal war es gelungen, diese Sporthalle für einige Stunden Modellflugbetrieb zu reservieren. "Das ist schwer, denn Hallenzeiten sind knapp", erläuterte Christian Lang von der Fliegergruppe – ein seit langem in Wehrheim etablierter Verein, der bald 50 Jahre alt wird.
Die Modellflieger haben zwar im Winter die Möglichkeit, außerhalb der Ferien jeden Sonntag von 15 Uhr an in der Saalburghalle ihrem Hobby zu frönen, aber das sei kein Vergleich mit der größeren Wehrheimer Sporthalle, erklärt Lang. In Obernhain darf immer nur einer fliegen, in Wehrheim können sich zwei den Hallenflugraum teilen.
Und die Flugsportler selbst waren auch ganz begeistert von dieser Möglichkeit. "So bleibt man in Übung", erklärte Jürgen Appelhoff aus Schmitten. Klar, sei das Fliegen in der Halle eine richtige Herausforderung, die volle Konzentration fordert. "Man kann im Frühjahr gleich wieder los legen, ohne etwas verlernt zu haben." Er fliegt gerne schnell, in der Halle müsse man konzentriert mit "allen Achsen" fliegen. "Schließlich zeigen die Wände die Begrenzung", ergänzt Robert Meisner aus Merzhausen.
Lerneffekt
Er ist Anfänger im Hallenfliegen und ist sich auch sicher, dass er dabei viel für den Flug unter freiem Himmel lernen kann. Besonders schwer sei es, die Augen auf die Entfernung des Modells zu den Wänden einzustellen und entsprechend zu reagieren. "Wenn man im Winter drinnen trainiert, geht es im Frühjahr draußen dann wie im Schlaf", hat er festgestellt.
Besondere Spannung kam auf, als das Licht ausging und die kleinen Flieger nur an ihren roten und grünen Lichtern, die rechts und links anzeigen, zu erkennen waren. Der hatte dann aber den gesamten Luftraum der Halle für sich ganz allein. mai (mai)
Auszug aus der Taunus Zeitung/FNP vom 22 Dezember 2011
